Aus Perspektiventage
Workshop Kommuja und Grundeinkommen
Samstag 19.1.2008
- Die Grundeinkommensgruppe wird vorgestellt (Grundeinkommen Berlin) Grundeinkommen könnte ein Konsensthema sein für ein breiteres Spektrum
- Die Kommune Olga´s Hof (Ostsee) wird vorgestellt
Wie können wir politisch leben
Grundeinkommen Thema in der Kommune
Interesse an Kommune eher gering (gesellschaftlich)
RRB Radikaler Rentner Block (Wismar) beschäftigt sich mit verschiedensten Themen
kaum junge Leute aktiv, keine linken Strukturen dort
- Grundeinkommen muss international sein, Diskussion Berlin: nationale Einführung als Zwischenschritt
- Netzwerk Grundeinkommen, globale Abschaffung des Kapitalismus, Befreiung vom Lohnzwang, Grundeinkommen-Kongress im Herbst in Berlin
- Grundeinkommen als neue Perspektive, Utopie
- Grundeinkommen als Perspektive der Selbstbemächtigung (genau wie Kommunen)
- Kommune als selbstbestimmte alternative Lebensform
- IG Metall Entgeltrahmentarif, auf dem Weg zu einer kommunistischen Verteilungsform
- Praktische Ansätze, nicht nur Abwehr
Ende der Vorstellungsrunde
Konzeption:
A) 1/2 Stunde Grundeinkommen
B) 1/2 Stunde Kommune
C) 1/2 Stunde Synthese
A: Grundeinkommen
Kurzer Vortrag
- Verfahrene Situation der Arbeitsgesellschaft, Sackgasse
- Ausgrenzung statt progressiver Umgang
- Druck auf Erwerbslose, Repression, Druck auf die Beschäftigten
- BGE: Bedingungsloses Grundeinkommen für alle
- Verschiedene Konzeptionen z.T. gegensätzlich
- 4 Kriterien des Netzwerks Grundeinkommen:
1. Bedingungslos!
2. Existenzsichernd (wenn zu niedrig dann = praktischer Arbeitszwang)
3. Individuelles Anrecht (Abhängigkeiten)
4. Keine Bedürftigkeitsprüfung
- Grundeinkommen immer mit Steuerreform zusammen denken
a) Einkommenssteuer - negative Einkommenssteuer
b) Konsumsteuer - Götz Werner Mehrwertsteuer
c) Kapitalbesteuerung, auch ökologisch - Ressourcensteuer
- Auswirkungen:
- Befreiung bzw. angenehm für alle
- Unangenehme Arbeiten (unwürdige) werden abgeschafft
- Fragen:
- Was ist mit der Arbeits/Leistungsmoral (z.B. Surfer, der nicht mal depressiv ist)
Diskussion
- Werden unangenehme Arbeiten noch gemacht? Ja, gut bezahlt (regiert der Markt) oder gar nicht mehr
- Sinken die Löhne? Völlig unklar, verschiedene Szenarien. Am besten zusätzlich Mindestlohn zur Sicherheit
- Wer wird ausgeschlossen?
- Selbstverständnis von Grundeinkommen Berlin: nationales Grundeinkommen nur als Übergangslösung, Ziel weltweite Einführung
- Kommt es zu "Wohlstandsmagnetismus" und dann zu Konflikten? (Gibt es schon!) Nationales Grundeinkommen erstmal ok, dann Akzeptanz und anschließend Ausweitung
- Antirassistische Arbeit gleichzeitig verstärken
- Kein_r fällt durchs Raster, weil keine Bedürfnisprüfung
- Finanzierung?
- Straubhaar, Thomas (VWL Prof.) Sozialbudget geteilt durch 80 Mio. Leute, relativ niedriges Grundeinkommen, ähnlich hoch wie Althaus
- Ist Hartz IV ein Grundeinkommen?
- Nein, zu niedrig und nicht bedingungslos und nicht für alle
- Auch für Reiche?
- Kein Problem: Sie zahlen ja entsprechend ein!
- Außerdem: bedingungslos!
- Umsetzung?
- Bernd Hamm(?) Soziologe: Grundlegender Wandel, daher unmöglich
- Greift das System an, muss daher bekämpft werden
- Macht und Strategie, nicht nur Zahlen nötig
- Hauptgegner ist nicht irgendwo da oben, sind die autoritäre Grundstimmung auch der kleinen Leute
- Leistungsethik statt Solidarität
- Die Arbeiter_innenklasse ist gar nicht so arbeitsgeil wie oft gedacht!
- Widersprüche
- Vorsicht: Auch CDU und Co. sind dafür, warum?
- Zusammenbruchsphantasien, vernünftige Übergangsschritte entkräften diese, gekoppelt mit antirassistischer Bewegung der es um die Freiheit aller Menschen geht, Diskussionsprobleme künstlich, mühselige Schritte
B Kommuja
Kurze Vorstellung einer persönlichen Kommunegeschichte
- Kommunarde als Dogmatiker von Grundeinkommen nicht besonders begeistert, weil es die Grundstruktur des Kapitalismus nicht angreift, Nationalismus
- Kommune: 1980 nach Lutter am Barnberge. Was ist unmoralisch, ungerecht? Besitz an Eigentum, Grund und Boden, Produktionsmittel, auf Burg Lutter Idee Eigentum zu sozialisieren, GbR kein Verein, EINE gemeinsame Kasse aus der alle Bedürfnisse gedeckt werden, alle haben immer gearbeitet, Schreckgespenst der Faulheit = Trugschluss, Jede_r will sich darstellen, will "Lohn" haben, kann Feedback sein ("Du bist ein Toller"), immer genug Kohle gehabt aber nie gespart, nach und mit Lust und Laune in die Tischlerei, selbst Architekt von Beruf, Chaos Ökonomie, wird nicht in Zeit gemessen, egal wie lange, Ergebnis zählt, Kreativität, wie baue ich einen Schrank? Viele Möglichkeiten, keine Bankschulden (das "A+O"), Kein_r hat Lust für die Bank zu arbeiten! (Dann musst du arbeiten mit der neuen Maschine) Woher Anfangsfinanzierung? Solidaritätsfonds, Zwangsversteigerung, Hazienda, in kurzer Zeit genug Geld, Verwandte, Sympathisanten, Freund_innen (halbes Jahr vorher Bescheid, dann Geld zurück) Nach acht Jahren alles zurück gezahlt! Andere Arbeitsstrukturen haben sich entwickelt, als die die wir kennen - Kollektiv-Produktion (bei Tischlern schwierig, 6 Frauen in Tischlerei) Einfache und gerechte Art wie mit Arbeit und Lohn umgegangen werden kann. Voraussetzung, keine_r kann rausfliegen (nur bei Grenzfällen, Konflikten) Im Großen und Ganzen funktioniert es.
- Wie dem Produktivitätsdruck entgangen? Gute Kund_innen, (wir wollen das+das haben) Auf Lutter fast nur Handwerker_innen
- Auf Olga´s Hof, der Kommune wo er jetzt lebt ähnlich.
- Frage nach Selbstausbeutung?
- Gilt für ihn nicht, alles ist Arbeit. (Ob Kinderfüttern oder Bild malen) Denn "Ich will ja was und dafür setze ich mich ein! (Politische Arbeit etc.)
- Kommunja, von morgens 8 Uhr bis 12 Uhr Zeitung dann Baustelle
- Alles verschwimmt, Abgrenzung und Differenz schwierig
- Olga´s Hof anderes Konzept, Grund und Boden allen, keine_r kann rausgeschmissen werden. Anspruch dass wir Kommunität mit einander kommunizieren. Wir wollen miteinander reden, arbeiten und eigentlich wollen wir miteinander essen (aber die Frauen wollen eigene Küche "Ich brauch mein eigenes Ding")
- informelle Verhältnisse unklarer als kapitalistische Verhältnisse
- "Tun für die Gemeinschaft und das was zurück kommt"
- Abhängigkeit von konkreter Gemeinschaft
- Plädoyer für Gemeinschaft
- Subkommunen in der Stadt, die nicht produzieren gemeinsam, Solidarität im Alltag
- KommunJa (statt nee) Warum zu dieser Zeit?
- Netzwerkzeitung alle 2 Monate von anderer Kommune, Kommune Buch, Netzwerk linker politischer Kommunen
- neidisch auf die Anonymität in Berlin
- Alles offen und bekannt, aber Behörden wissen nichts
- Heilung in Gemeinschaft!! Wichtiges Thema
- "Wir haben keinen wirtschaftlichen Erfolg"
- Selten über Produktion sprechen, müssten wir für Umverteilung
- Weniger Bedürfnisse, bzw. anders gelagert
- das ist preiswert - im Durchschnitt 800 DM/Person in Lutter 390 Euro/Person jetzt
Arbeitsverweigerer in Kommune? Wie? Wäre dort Platz?
- (Meine Wohnung in der Stadt zum abschließen, mein Geld aufs Konto, meine Widerständigkeit)
- ihre Lieblingskommune
- Die Liebe und die Sehnsucht (zur Ostsee) waren Schuld, dass er Burg Lutter verlassen hat, aber schon Kritik (Männer/Frauen Auseinandersetzung)
- Dass es so aussieht, als ob das was du "hineingibst" (in Kommune, Gesellschaft) allein deins ist, obwohl bereits und immer gesamtgesellschaftlich
- Sowohl für Arbeitsverhältnisse, als auch Kommune zentral, Stoßrichtung, Perspektive für gesellschaftspolitische Veränderung: Realfetischisierung im Bewußtsein thematisieren, verändern, bekämpfen
C Synthese
- Ich ziehe Abhängigkeiten im Kleinen (Kommune) der Abhängigkeit im Großen nicht vor
- gemeinsame Themen:
- Freiräume schaffen
- radikal anderes Konzept
- Übergang zu kommunistischen Verhältnissen
- Urbanes, gesamtgesellschaftsumstülpendes Kommunekonzept, Reich der Freiheit, freie Entfaltung, wie ist es in der Kommune, Gemeinschaftssinn, Arbeit als Ausdruck von dieser freien Wahl? (Trotz Arbeitszwang) freiwillig und verantwortlich
- Vereinbarungen einhalten, alle müssen Geld verdienen (Problem wegen Alimenten) alle einzeln momentan
- Digitale Bohème etc. Alternative Lebensformen, Grundeinkommen Freiheit dafür dort leben zu können, dann FREIE KOOPERATION
- Bei erzwungener Kooperation Machtgefälle
- Freie Assoziation der Produzenten, Kommunismus (Übergang von Kapitalismus zu Kommunismus unter Überspringung des Sozialismus)
- Aufsatz von Christoph Spehr (Hrsg. "Gleicher als andere. Eine Grundlegung der freien Kooperation")
- Zusammenhang in dem die Arbeit sinnvoll ist, dann kein...
- Kommune im Reich der Unfreiheit nicht noch mehr Unfreiheit, sondern eine Möglichkeit im Reich der Notwendigkeit zu (über)leben.
- These: Grundeinkommen wird es so in den nächsten Jahren nicht geben, deswegen Kommune-Strukturen jetzt in Städten. Solidarität, Kooperation! Wohngeldnovelle = Kommune von rechts, weil 1 Haushalt (Bedarfsgemeinschaften) Leute werden sich (noch) mehr zersplittern
- Kommune im Kopf als 1. Schritt
- Solidarische Strukturen notwendig, sonst können wir nicht mehr in dieser Form zusammen kommen
- Bsp. Filmbranche, Kartenhaus, dort großes Potential von Aktivisten (da es dort richtig bitter wird)
- Der Reiz von Freiheit durch Grundeinkommen und Kommune zu verbinden!
- Idee an sich als Modell wertvoll, Forderung an Staat nur eine Form davon (viele, regional, transnational etc.)
- Kommunen-Kommunismus mit Umverteilungsmodell, Substaatlich, gerechte Mechanismen, Verteilungsfrage, was für ein Geld wollen wir überhaupt noch haben?
- Fruchtbarer Ansatz
- Grundeinkommen als abstrakte Kommune, noch nicht nach Bedürfnis aber halber Weg?
- Für beides notwendige Voraussetzung radikales Infragestellen des Eigentumsfetischs+Tausch-Verhältnis
"DAS FASZINIERENDE IST DIE REALABSTRAKTION"
Keine Tätigkeit ist individualisierbar. ALLE sind Knotenpunkte der gesellschaftlichen Tätigkeit.